Das Flug-Exemplar des Arcjet-Triebwerks wurde hergestellt und ausgeliefert. An der Universität Stuttgart wurden Langzeit-Brenntests erfolgreich durchgeführt. Die Leitungen welche das Ammoniak von den Treibstofftanks fördern, das System welches es in den gasförmigen Zustand versetzt und das Meßgerät zur Durchflußmessung befinden sich in der Propellant Flow Assembly (PFA).
Geflogen wird das ATOS-Triebwerk auf dem Amateurfunksatelliten AMSAT-P3D der ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen und US-amerikanischen Satelliten-Funkamateure ist. Der Satellit wird eine Startmasse von ca. 400 kg haben, seine Struktur ist ein sechseckiger Zylinder mit 2.3 m Durchmesser und 80 cm Höhe, auf dem Satelliten sind Solarzellenfür maximal 630 W Dauerleistung installiert. Hauptnutzlast des Satelliten werden acht Amateurfunktransponder für weltweiten Funkbetrieb sein.
Der Satellit wird voraussichtlich im Herbst 1996 mit einer ARIANE 5 Rakete in seine Erdumlaufbahn gestartet. Zunächst bringt dann ein chemisches Triebwerk mit 400 N Schubkraft den Satelliten auf eine Umlaufbahn mit 16 h Umlaufdauer. Diese Bahn wird eine hohe Exzentrizität und hohe Bahnneigung aufweisen (-> Molnya-Typ), damit der Satellit für die Hauptnutzer auf der nördlichen Erdhalbkugel möglichst lange über dem Horizont zu sehen sein wird. Die Fein-Regelung dieser Bahn wird anschließend von dem ATOS-Triebwerk übernommen. Insgesamt stehen dem Triebwerk 52 kg Ammoniak als Treibstoff zur Verfügung, ausreichend für 600 Betriebsstunden oder ca. 5 Jahre, wenn das Triebwerk wie geplant jeden dritten Tag für maximal eine Stunde in Betrieb genommen wird. Die Dauer der einzelnen Zündungen ist dabei durch die Kapazität der Satellitenakkus begrenzt. In einem dreimonatigen Dauertest im Herbst 1994 konnten bereits 1010 Stunden als Triebwerkslebensdauer nachgewiesen werden.
nominelle elektrische Leistungsaufnahme 750 W Lichtbogenstrom 7.7 A Lichtbogenspannung 97 V Massendurchsatz 24 mg/s Schub 115 mN massenspez. Impuls 480 s nachgewiesene Lebensdauer 1010 h mit 1010 Zündungen Triebwerksgewicht 480 gZum Triebwerk gehört darüber hinaus das am IRS konzipierte Gesamtsystem, das neben dem Triebwerk noch aus der Treibstoffversorgungseinheit und der Stromregelelektronik für das Triebwerk besteht. Die Regelelektronik wird von dem Amateurfunkern unter Dr. K. Meinzer aus Marburg, dem Gesamtleiter des Satellitenprojekts, entwickelt. Diese Elektronik bereitet die 28 V= des Satelliten-Spannungsbuses auf, um das Triebwerk mit bis zu 800 W stromgeregelter Leistung bei einem Stromversorgungswirkungsgrad von 93% zu versorgen. Die Treibstoffregeleinheit sorgt dafür, daß das Ammoniak aus den zwei Tanks an Bord des Satelliten in gasförmigem Zustand in geregelter Durchflußmenge in das Treibwerk gelangt. Die ammoniaktauglichen Ventile und Ammoniakverdampfer sind dabei Zukaufteile von einer russischen Weltraumfirma.